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Montag, 1. Mai 2017 (keine zeit)

Politisches Labor - Einleitung

01. - 14. Mai

Woran denken wir, wenn wir von Politik sprechen? Wer handelt in unserer Gesellschaft politisch? Kann man das wirtschaftliche System vom politischen System trennen? Mit wem habe ich es eigentlich zu tun, wenn ich politisch handle? Habe ich als Einzelner Einfluss auf Prozesse und Entscheidungen?

Diese Fragen zu beantworten ist unser Ziel in der Einleitung des politischen Labors, um Machtverhältnisse sichtbar zu machen. Wir wollen uns der eigenen Rolle und unserer politischen Handlungsspielräume in den unterschiedlichen Lebensbereichen bewusst werden. In unserer neoliberalen und auf Wachstum ausgerichteten Gesellschaft gibt es eine klare Vorstellung davon, wie gutes Leben auszusehen hat: Die wichtigsten Komponenten dieses guten Lebens sind käuflich, sie machen "das Leben, wie es sein soll". Um sich diese Dinge leisten zu können, verwenden die Menschen den Großteil ihrer Lebenszeit darauf, die finanziellen Möglichkeiten durch Erwerbsarbeit zu vergrößern, sich durchzusetzen gegen Konkurrenten und nach "individueller Verwirklichung" zu streben. Diese Ideale sind tief in unserer Gesellschaft verankert und breiten sich in der ganzen Welt aus; die Paradigmen von Wohlstand, Arbeit, Wachstum und Entwicklung scheinen in Stein gemeißelt.

Zugleich haben wir ein globales Problem: Die allgegenwärtige Ideologie des unendlichen Wachstums trifft auf die reale Endlichkeit dieser Welt und ihrer Ressourcen. Möchten wir, dass dieser Planet lebendig bleibt? Wenn ja, müssen wir alle unser Leben nachhaltig verändern. Verzicht auf Konsum, Verzicht auf Privilegien, Verzicht auf "immer alles jederzeit"? Das klingt im ersten Moment nach keiner besonders attraktiven Alternative. Aber wenn wir uns das Recht nehmen, Wohlstand anders zu definieren, zeigt sich, dass wir statt weniger MEHR haben können. Mehr Zeit, mehr soziale Beziehungen und solidarische Netzwerke, mehr öffentlichen Raum und ein tatsächlich gutes leben.

Um dorthin zu kommen, müssen wir Verantwortung für unser Handeln und unsere (Konsum-)Entscheidungen übernehmen. Müssen anfangen, selbstverantwortlich für Menschen und Gemeinschaften da zu sein. Aber wie soll das gehen? Diese Frage ist ein wichtiger Teil des politischen Labors. Überall auf der Welt entstehen Projekte, die das parteipolitische Handeln in Frage stellen und die Politik selbst in die Hand nehmen. Die gemeinschaftlich Gärtnern, sozial selbstbestimmte Räume oder gar Dörfer schaffen, Ressourcen und Fähigkeiten teilen, und ein MEHR leben. Ein mehr an Solidarität, sozialen Verbindungen, Zukunftsfähigkeit. Im Politischen Labor werden wir Menschen treffen, die schon heute in verschiedensten Lebensbereichen kooperativ und nachhaltig handeln und ihre Erfahrungen mit uns teilen.

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